Sei wie das Veilchen im Moose, Sittsam, bescheiden und rein. Und nicht wie die stolze Rose, Die immer bewundert will sein.
Diesen Spruch habe ich als Kind von meiner Oma gelernt und das ist eins der wenigen Dinge, die mir zum Thema „Veilchen“ einfallen. Es gab höchstens noch das Alpenveilchen, das in meiner Obhut nicht überlebt hat; mal zu viel Sonne, mal zu wenig, wie war das noch mit „bescheiden?“ Ich bin eine extrem schlechte Pflanzenmutter.
Was hält dieses Veilchen an Bescheidenem für uns bereit? Ich würde sagen, das ist in erster Linie eine Übung für stabile Balgführung. Keine Gemeinheiten für die Hände, keine offensichtlichen Herausforderungen. Es geht einfach darum, den Balg sicher und stabil zu führen, damit ausgewogene klare Töne rauskommen. Gerade dass das Stück an sich so schlicht ist, macht es besonders auffällig, wenn man unsicher spielt.
- Lange Legatophrasen, also schön tief ein- und ausatmen. Ansonsten passiert nicht viel aufregende Artikulation.
- Viel Dynamik, auch Crescendo und Decrescendo, also die ausgeübte Kraft auf den Balg gut dosieren.
- Ui, sogar ein Ritardando mit anschließender Fermate für ein Extra an Ausdruckskraft. Hiernach bitte wieder ins ursprüngliche Tempo zurückfinden.