Jugendlust aus „Kleine Melodien“

Wilhelm Bernau

Die romantische Idee der Jugend ist ein eigenartiges KOnzept. Im Grunde geht es überhaupt nicht ums Alter, sondern um Sehnsucht nach absoluter Unbeschwertheit, Optimismus, Unschuld, nach einem ungetrübten Blick in die Zukunft. Ich zumindest kann mich leider nicht daran erinnern, während meiner Adoleszenz so empfunden zu haben. Erwachsen zu sein finde ich viel angenehmer. Die Jugend ist ein Ideal, das auf eine bestimmte Lebensphase projiziert wird. Das ändert aber nichts daran, dass ich diese Sehnsucht teile.

Wechselwechselbass

Wir haben fast durchgehend Wechselbass, an sich auch nichts Aufregendes. Der Komponist scheint aber ein Faible für etwas zu haben, was ich hier als Wechselwechselbass bezeichnen möchte, solang mir keine offizielle Bezeichnung bekannt ist. Es gibt nicht nur den Wechsel zwischen Grund- und Quintbass, sondern auch die Abfolge der beiden wird bei fast jedem Harmoniewechsel gewechselt. Beginnt man z.B. mit C-dur, kommen zuerst C und dann G, aber beim wechsel nach G-dur kommt zuerst D und dann G. Mechanischer Automatismus in der linken HAnd oder eine steife unflexible Handhaltung kann da gar nicht erst aufkommen. Außerdem wird es dadurch ein bisschen melodischer als wenn man immer die gleiche Wechselbassfigur spielen würde.

Wechselwechselbass mit Fingersätzen schematisch dargestellt
Quellcode
\version "2.26.0"
\include "articulate.ly"
global = {
\time 4/4
\key c \major
\clef bass
}
music = \fixed d, {
c'4 -4 <e' g' c''> -3 g -2 <e' g' c''> -3 |
d' -2 <g' b' d''> -3 g -4 <g' b' d''> -3 |
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