Die hüpfende tonleiter aus „Kleine Melodien“

Wilhelm Bernau

„Tonleitern spielen — laaangweilig …“

Das ist der erste Impuls bei den meisten normalen schülern. Und ja, Tonleitern in Sechzehntelnoten rauf- und runterzulaufen und dabei möglichst schnell und doch präzise zu spielen, wird schnell langweilig und der Geist schweift ab. Aber dieses Stück hier verhindert das Abdriften in motorisch automatisiertes Abspulen der Bewegungen. Es ist eine Übung ausschließlich für die rechte Hand.

Die linke Hand macht die langweiligste Begleitung der Welt, die ist nur als moralische Unterstützung dabei. An ihr ist aber sehr deutlich zu sehen, dass das Stück von den Harmonien her hauptsächlich aus Kadenzen besteht, also Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika.

Kadenz in C-dur
Quellcode
8 ausgeblendete Zeilen
\version "2.26.0"
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<c e g>2.
<c f a>2.
<b d g>2.
<c e g>2.
6 ausgeblendete Zeilen
}
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<< \global \music >>
\layout {}
\midi {}
}

Damit das Ganze etwas mehr Dissonanz und Drang nach Auflösung bekommt, kann man der Dominante eine Septime hinzufügen (Septakkord) und der Subdominante eine Sexte (Sixte ajouté).

Kadenz in C-dur mit Dissonanzen
Quellcode
8 ausgeblendete Zeilen
\version "2.26.0"
global={
\time 3/4
\tempo 4=160
}
music = \relative c' {
<c e g>2.
<f, a c d>2.
<g b d f>2.
<c e g>2.
6 ausgeblendete Zeilen
}
\score {
<< \global \music >>
\layout {}
\midi {}
}

Das ist eine typische Figur für Akkordbegleitung. Kadenzen einzuüben würde ich allen empfehlen, die gelegentlich Liedbegleitung machen. Für so was muss man als akkordeonspieler ja schließlich auch gewappnet sein.